Nikon's Doorboard-Workshop

Mein kleines Doorboard How-To :)

Jetzt fragen sich sicher alle, was das soll?! Warum sollte man sich die Mühe machen und mit viel handwerklichem Aufwand einen Teil der originalen Türverkleidung ersetzten?!
"Nichts leichter als das" sagte Piggeldi zu Frederik .... "komm mit"
Wie man rechts sieht ist die original Verkleidung zwar recht ansehnlich (es gibt wirklich häßlicheres), aber leider ist dort nur Platz für einen einzigen 16,5 cm DIN Lautsprecher. Um nun aber ordentlichen Klang kombiniert mit hoher Lautstärke zu erreichen ist dies nicht unbedingt genug. Zumal der Lautsprecher in der Originalhalterung für meinen Geschmack etwas zu weit unten sitzt und die ganze Bühne (das sogenannte Staging) sehr nach unten zieht. Also muss was Neues her. Was Besseres
...und bitte beachte jetzt keiner die Kontoauszüge und unbezahlten Rechnungen im Handfach *g* 

Für mich stellte sich jetzt die Frage, wo ich nur anfangen sollte. Also hab ich einfach mal an der Beifahrerseite die Verkleidung abgemacht. Diese ist, wie bei den meisten Fahrzeugen, nur an ein paar Stellen verschraubt und am kompletten Rand eingeklippst. Einfach mal kräftig dran ziehen, und schon sollte sie ab sein.
Dann hab ich mir bei einer Zigarette in aller Ruhe das Ding mal angeguckt und überlegt wie ich da wo welche Lautsprecher reinsetzten kann. Ich als alter Verfechter der elektronischen Tanzmusik wollte natürlich dicken Baß und hab deshalb einmal Platz für zwei 16,5 cm Kickbässe vorgesehen. Zusätzlich dann noch erhöht (wo wir wieder beim staging sind) Platz für eine 10cm Mitte. Die 10cm sollte reichen, da ich recht weit oben abtrennen kann. Die Kickbässe übernehmen ja einiges an Arbeit, die sonst eine Mitte zu erledigen hat. 

Also auf zum Händler und Lautsprecher Probehören, Foren nach Meinungen durchsuchen nun schlußendlich eine Entscheidung fürs Frontsystem fällen. Ich entschied mich für die Radioactive Serie von Ground Zero. Die klingen meiner Meinung nach ziemlich geil, sind nicht überteuert und sehen auch noch geil aus mit der blauen Membran
Da diese aber eine Einbautiefe von 65mm haben, musste ich auch daran denken die Boards dick genug zu machen. Dazu musste ich aber auch nochmal im Auto nachmessen, ob die Tür dann überhaupt noch zu geht. Und ich bin zu dem Ergebnis gekommen: "Junge, das wird knapp!"
Um also die erforderliche Dicke zu erlangen, baue ich die Boards aus drei "Scheiben" MDF Holz mit je 22mm Stärke.

Werfen wir nochmal zwischenzeitlich einen Blick auf die nackte Tür. Was fällt uns auf? Genau. Jede Menge großflächiges Blech. Was macht dieses, wenn es viel Schalldruck ausgesetzt wird? Genau. Schwingen. Und wollen wir, dass es schwingt? Natürlich nicht! Klingt ja Scheisse.
Also ab zum Baumarkt, Fachhändler oder eBay und in Unmengen Bitumen eingekauft. Diesen dann schön auf das Aussenblech der Tür geklebt (natürlich von innen! ) und auch auf das innere Blech an dem Fensterheber und so montiert sind. Bei meinem Auto laufen auf dem Innenblech ziemlich viele Kabel lang, die ich nicht umbedingt zukleben wollte, also habe das Blech einfach von innen mit Bitumen beklebt. Man sieht es zwar auf den Bildern nicht und es ist auch eine etwas mühseelige Arbeit, aber was tut man nicht alles für einen guten Klang...
Und wenn wir schonmal im Auto drinnen sind, können wir auch gleich die Lautsprecherkabel in die Tür legen. Und da kann ich euch nur eins sagen: Das hat am meisten Nerven von allem gekostet. Die scheiss Kabel durch diese Scheiss Gummiöffnungen in die Tür ziehen, quetschen und prügeln. Ständig ist Sicherungskasten oder Airbag im Weg. Ich hätte echt einige male Schreien können...

Jetzt haben wir uns fürs erste mal genug die Finger kaputt gemacht... Denkste aber auch nur
Wir haben ja jetzt unsere MDF Scheiben, die das Grundgerüst für unsere Doorboards darstellen. Diese Schrauben wir jetzt als nächstes mal zusammen. Das fertige Sandwitch kommt jetzt der gewollten Form schon recht nah, trotzdem fehlt da noch an einigen Ecken und Kanten einiges an Rundungen. Um diese zu Modellieren setzt man sich ins halb zerlegte Auto und fährt mal zum nächsten Baumarkt, nervt die übermotivierten Mitarbeiter mal mit der Frage "Wo habts Ihr denn Glasfaserspachtel?" und für läppische 10 Euro nimmt man dann ein feines Kilo guter Glasfaserspachtel mit nach Hause.
Diese verteilt man jetzt schön an den Stellen, wo noch Rundungen entstehen sollen. Da diese allerdings relativ schnell aushärtet, sollte man immer nur recht kleine Mengen anmischen und auftragen.
Und nun setzt man sich wieder ins Auto und fährt das Schleifpapier kaufen, was man grad eben vergessen hat. *g* Wenn man nicht im Besitz eines Schleifgerätes ist (wie ich *grummel*) braucht man nun wirklich viel Zeit, Gedult, Kondition und Kraft in den Armen. Da beim Schleifen ganz ekeliger und auch nicht gerader gesunder Staub entsteht, sollte man zumindestens eine Staubmaske tragen. Die Spachtelmasse selbst produziert übrigens Styroldämpfe. Also das ganze möglichst im freien Auftragen.

Das sieht zwar jetzt schon ganz gut aus, aber noch nicht gut genug. Wenn man das Board mit Leder beziehen will muss es wirklich sehr sehr glatt und eben sein. Leder hat nämlich die dumme Angewohnheit jede Unebenheit des Untergrundes sichtbar zu machen. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum ich mich im Vorfeld für eine Mokette als Bezugsstoff entschieden hab. Aber nichts desto trotz ist es immer noch nicht glatt genug.
Also nochmal ins Auto und wieder zum Baumarkt. Die kompetenten Mitarbeiter flüchten schon wenn sie dich von weitem kommen sehen, aber diesmal findet man das Objekt der Begierde ganz von alleine: Eine süße kleine Dose Polyesterspachtel.
Ab zur Kasse, bezahlen, zurück ins Auto, aus der Parklücke raus, wieder rein in die Parklücke, zurück in den Baumarkt, nochmal Schleifpapier gekauft (ist ja fast nichts mehr übrig), wieder zu Kasse, wieder zum Auto und diesmal wirklich nachhause fahren.
Die Polyesterspachtel läßt sich viel feiner auftragen als die Glasfaserspachtel. Das merkt man direkt. Also möglichst schön und sauber überall auftragen, wo es noch etwas holprig ist auf dem Board und schön trocknen lassen.

Jetzt mal ne kleine Pause machen, beim nächsten Mc Donalds sich ein dickes Menü reingepfiffen und wieder alles glatt schleifen. Gott wie ich dieses Schleifen langsam aber sicher hasse...

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Wenn dieser Schleifgang jetzt zuende ist, hat man fürs erste mal keinen Bock mehr und die Arme tun weh. Zusätzlich haben meine zarten Programmiererfinger auch noch einige Blasen vom rubbeln abbekommen und die Schwielen an den Fingern sehen aus, als wäre ich wieder 13 Jahre alt.
Also wieder zurückgelehnt, Kippe angemacht und zuerst mal was in der Gegend rum geschaut. Was stelt man dabei fest? Man hat eine riesen Sauerei veranstalltet und überall ist eine dicke Schicht MDF-, Glasfaser-, Polyesterstaub die wohl nie wieder ganz verschwinden wird. Aber was solls. Der Wind wirds schon irgendwann weg pusten.

Nun aber zurück zum Wesentlichen.
Die Boards sind zwar schon schön glatt, aber für Leder draurzuziehen müsste man noch mehr schleifen. Da ich aber kein Leder will, reicht mir das fürs erste. Damit ich aber denoch ohne Schleifen das ganze ein bisschen glatter bekomme kommt da mal ne schöne Schicht Acryl Lack drauf. Wenn diese dann nach 12 Stunden ausgehärtet ist (Juhu! Endlich nochmal Pause!) kann man diese dann nochmals mit feinerem Schleifpapier abschmirgeln. Wie gesagt: Wenn kein Leder drauf kommt muss es nicht all zu perfekt sein.

Am nächsten Tag hab ich mir dann das halbfertige Board dann mal geschnappt und ins Auto geschraubt. Man muss ja mal gucken, obs wirklich paßt. Und ich muss sagen. Der erste Eindruck ist schon recht Vielversprechend.

Trotzdem ist da noch eine Ecke die mir nicht so ganz gefällt. Also raus mit dem Dremel (den gabs ja demletzt günstig beim Aldi ) und ab mit der Ecke die zuviel ist.

Irgendwann ist dann aber doch mal genug geschliffen. Man nimmt nen Pinsel, befreit das Board mal von dem ganzen Staub der in allen Ecken und Kanten sitzt und zieht den Stoff drauf. Da dieses Board hier recht steile Kanten hat, habe ich oben auf der glatten Fläche (also die Fläche mit den drei Löchern für die Lautsprecher) angefangen mit dem Stoff. Bei flacheren Boards sollte man jedoch an der oberen Kante anfangen... hab ich gehört...
Auf der Rückseite habe ich den Stoff dann alle 2 - 3 Zentimeter mit nem kleinen Nagel befestigt. Dieser billig Tacker, den ich im Keller gefunden hab, ist irgendwie nicht mit der Stärke von dem MDF parat gekommen und elendig daran verreckt. Also mussten schon die Nägel herhalten.

Jetzt wirds aber wieder höchste Zeit für ne Zigarettenpause. Man will sich ja nicht überarbeiten. Dabei kann man dann schonmal voll Stolz auf das halbfertige Werk gucken. Sieht schon ganz gut aus, wie es da auf dem Tisch liegt...

Zigarette ist fertig. Der gute Pattex Kraftkleber ist trocken, also ab ins Auto mit dem guten Stück. Als erstes verschraubt man das Board von hinten mit der Türverkleidung.
Ach hab ich noch gar nicht erwähnt. Die Original Plastikverkleidung hab ich etwas mit dem Dremel "modifizieren" müssen. Im Klartext: Gute 50cm sind der Trennscheibe zum Opfer gefallen. Macht aber nix. Die neu entstandene Kante ist ja jetzt bündig mit dem neuen Board.
Zurück zum Einbau. Das Board also von hinten mit der Verkleidung verschrauben und zusätzlich noch mit Schrauben am inneren Türblech befestigen. Normalerweise sollte man hier Imbusschrauben mit selbstsichernden Muttern nehmen, dieses Vorhaben scheiterte aber an meinen Wurstfingern, die nicht mehr dahinter gekommen sind. Also sind bei mir jetzt 4 Spaxschrauben bis ins Blech gejagt. Sollte halten. Falls es doch anfängt zu Scheppern, weis ich ja schon wo ich die Schwachstelle suchen muss...

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Sieht schon gut aus, aber irgendwas fehlt noch... stimmt... sollten noch Lautsprecher rein.
Die Kickbässe sind übrigens paralell angeschlossen und alle Quetschschuhe und Y-Stücke sind zusätzlich verlötet. Man will ja nen möglichst guten Kontakt erreichen.

Irgendwann zwischendurch, als ich mal wieder keine Lust hatte zu schleifen, oder auf einen trocknenden Kleber warten musste, habe ich auch noch schnell die neuen Hochtöner in die originalen A-Säulen Einbauplätze geklebt. Mit einer Heißklebepistole bekommt man alles fest. Die Hochtöner sind übrigens leicht Richtung Hörer ausgerichtet. Bin ja mal gespannt wie das später klingt *daumendrück*
Übrigens war ich richtig froh, diese originalen Plätze zu haben. Auf A-Säulen Umbau hätte ich jetzt wohl keinen Bock mehr gehabt

Als wirklich letzte Aktion dieses ereignisreichen Tages hab ich noch schnell die passiven Frequenzweichen (jaja... Vollaktiv kommt irgendwann später *g*) angeklemmt und hinter einer Verkleidung verschwinden lassen. Da wurde ich dann nochmal positiv überrascht. Das lief Problemloser, als ich es mir vorgestellt hab.  

Jetzt bin ich aber dreckig wie Sau, brauch dringends ne Dusche (blos nicht unter den Axeln riechen!) und freu mich schon richtig auf die 2. Tür
Viel Spaß beim Nachmachen...

Vielen Dank an Thomas Oppenhoff alias Nikon, der uns diesen Workshop zur Verfügung gestellt hat. Ihr findet diesen Workshop im Original auf lochkarte.org